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OK | PREISTRAGERINNEN 2014: im PowerTower

Pressemitteilung vom: 4. November 2014

Preisträgerinnen, Ausstellung im Power Tower

Presseinformation vom: 04.11.2014
Datum: 05.11.2014 - 12.12.2014
Eröffnung: 05.11.2014 - 18:00

Unter dem Titel „Preisträgerinnen“ werden die drei Kunstpreise der Energie AG Oberösterreich in Kooperation mit dem OK Offenes Kulturhaus zu einer Ausstellung im Power Tower zusammen- gefasst. Die Energie AG vergibt jährlich drei Förderungspreise an jüngere KünstlerInnen bis 35 Jahren mit Oberösterreich-Bezug mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Partner-Institutionen:

Der Klemens-Brosch-Preis in Kooperation mit der Kulturdirektion Land OÖ vergeben, ist eine mit 4000,- Euro dotierte Förderung der Zeichnung als wichtiges Medium der Gegenwartskunst. Der Preis ist Klemens Brosch (1894–1926) als einem der bedeutendsten Zeichner Oberösterreichs gewidmet, der mit der Dokumentation von Kraftwerksbauten herausragende Denkmäler der industriellen Kultur geschaffen hat.
Katharina Lackner – Klemens-Brosch-Preis 2014

Gemeinsam mit den OK friends (dem Freundesverein) des OK Offenes Kulturhaus wird das Traumstipendium in der Höhe von € 6.000 ausgeschrieben. Prämiert wird bei diesem ­Reisestipendium die beste Idee für ein Projekt in Verbindung mit dem Reise-Thema.
Elisabeth Falkinger – Traumstipendium OK friends und Energie AG 2014

Die Energie AG schreibt in Kooperation mit der Kunstuniversität Linz einen Kunstförderpreis zum Thema „Licht“ in der Höhe von € 4.000,- aus. Teilnahmeberechtigt waren alle im Studienjahr 2013/14 inskribierten Studierenden sowie AbsolventInnen (forum Kunstuniversität Linz Mitglieder) der Kunstuniversität Linz bis zum Geburtsjahr 1979.
Katharina Gruzei– Förderpreis Energie AG 2014


Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (an Werktagen) von 9.00 bis 16.00 Uhr.
Führungen jeweils Donnerstag 18.00 Uhr, vorherige Anmeldung erforderlich: +43 732 784178 52555.

Kuratiert von Franz Prieler (Kunstbeauftragter, Energie AG) und Genoveva Rückert (Kuratorin, OK Offenes Kulturhaus).


Katharina Gruzei
Förderpreis Energie AG 2014

Jurybegründung: An der Einreichung von Katharina Gruzei überzeugte nicht nur die konzise künstlerische Qualität der Arbeiten, sondern auch der klare Bezug zur Ausschreibung, die zum Thema „Licht“ erfolgte. Sowohl in der Serie Fullmoon als auch im Film Die ArbeiterInnen verlassen die Fabrik spielt Licht, einmal in natürlicher, das andere Mal in künstlicher Form, eine bedeutende Rolle: In Fullmoon nützt Gruzei die Lichtquelle „Mond“ und schafft durch Langzeitbelichtung nicht nur eine beeindruckende Helligkeit im Bild, sondern auch eine Form der Inszenierung der porträtierten Jugendlichen; während im Film Die ArbeiterInnen verlassen die Fabrik durch flackerndes Neonlicht in erster Linie der Raum inszeniert wird. Die durch die scheinbar endlosen Korridore der Linzer Tabakfabrik schreitenden ArbeiterInnen werfen darüber hinaus Fragen nach der gesellschaftlichen Situation der ArbeiterInnenschaft in der globalisierten Wirtschaftswelt des 21. Jahrhunderts auf.
In ihren künstlerischen Arbeiten verknüpft Katharina Gruzei immer wieder Untersuchungen der Medien Fotografie und Film mit den Entstehungsbedingungen von Bildern und Fragen der bildlichen Repräsentation. Dabei gelingt es ihr, in der künstlerischen Umsetzung gesellschaftspolitische Problemstellungen mit einem präzisen formalen Konzept zu verbinden.

Jury: Mag. Gabriele Spindler (Leiterin, Landesgalerie), Franz Prieler (Kunstbeauftragter, ­Energie AG), MMag. Genoveva Rückert (Kuratorin, OK Offenes Kulturhaus), A.Univ.Prof. Univ.Doz. Mag. Rainer Zendron (Vize-Rektor, Kunstuniversität Linz).

Die ArbeiterInnen verlassen die Fabrik, 2012
Experimentalfilm
35mm / HD, Farbe, Ton, 11 Min., Loop

Sub Lumina, 2013
Fotografie
304 x 704 cm, Leuchtkasten
Lichtinstallation

Sub Lumina ist eine Lichtinstallation, die für das Ausstellungsprojekt Lets Sink in Lunz am See (NÖ) entwickelt und realisiert wurde. Ein versenkter Scheinwerfer verdeutlicht den Raum unter der Wasseroberfläche. Ein Lichtstrahl aus der Tiefe des Sees durchbricht die Seeoberfläche und läuft in einem engen Kegel im Nachthimmel aus. Das Licht dient hier nicht als Beleuchtungsmittel sondern als Kommunikationsachse. Es verweist auf seinen Ursprung und auf das, was dort unten ist.

  • Katharina Gruzei *1983 in Klagenfurt, lebt und arbeitet in Linz.
  • Studium an der Kunstuniversität Linz (Experimentelle Gestaltung, Kunst- und Kulturwissenschaften), der University of California, Santa Barbara und der Universität der Künste, Berlin.
  • Gewinnerin Local Artist Award des Crossing Europe Filmfestivals 2012

Das Interesse von Katharina Gruzei liegt im Gebrauch von Medien als politisches, wie auch soziologisch-kulturelles Werkzeug. Mit ihren visuellen Strategien decodiert sie die „Gemachtheit“ und Ideologie von Bildern.

Der Bilderzyklus Fullmoon porträtiert Jugendliche bei Nacht in jenen Räumen, die sie sich bei Tage angeeignet haben: Randzonen von städtischen oder dörflichen Wohngegenden, teils umgeben von Natur, wie wir sie in unseren städtischen Parks vorfinden, oder an Orten, wo tagsüber Alltags- oder Freizeitbeschäftigungen stattfinden. Die Protagonisten posieren wie Schauobjekte im Mondlicht. Die umgebenden örtlichen Situationen haben nun in der Nacht jene geschäftige Bedeutung verloren, die ihnen bei Tage zukommt. Der Mond wird in dieser Arbeit aber nicht nur als Lichtquelle thematisiert, sondern erlangt eine besondere Bedeutung als ferner Ort jugendlicher Sehnsüchte.

Working in Los Angeles thematisiert die Arbeitswelt jener Menschen in Los Angeles, die ihren Lebensstandard mit bescheidenem Einkommen unter großen Mühen aufrecht zu erhalten versuchen. Sie haben mehr als einen Job und müssen sich oft stundenlang durch das Verkehrschaos der Highways kämpfen, um zum jeweiligen Arbeitsplatz zu gelangen. Die Fotografien zeigen die Charaktere nachts mit ihrem Auto vor ihrem Wohnort. Die Audioaufnahmen bestehen aus Interviews, die während der Autofahrt geführt wurden.


Elisabeth Falkinger
OK Friends Traumstipendium 2013

Jurybegründung: Elisabeth Falkingers Projekt Mit dem Traktor vom Theresiental (Ukraine) nach Oberösterreich hat aufgrund seiner poetischen und sozial-politischen Dimension überzeugt. Von den 45 Einreichungen wurde die Reise als Ziel in ihrem Projekt am überzeugendsten thematisiert. Eine Reise verbindet Orte, oft in der schnellst möglichen Zeit. Falkinger stellt sich mit ihrer Reise gegen die übliche Zeit- und Aufwands-Ökonomie und bricht die Vorstellung vom Raum als „euklidischen Raumkasten“ mit punktuellen Verbindungen. Langsam, zäh und erdig nutzt die junge Künstlerin ein landwirtschaftliches Gerät, das auch Teil des globalen Lebensmitteltransportes ist, um das Reisethema widerborstig und humorvoll „bodenständig“ zu interpretieren: Sie kauft in der Ukraine einen Traktor mit Schaufel an, um sich mit diesem auf den Weg zurück nach Oberösterreich zu machen. Sie bietet ihre Arbeitskraft an, ist aber auf Unterstützung, auf Unterkunft und Nahrung angewiesen. Es geht um eine existentielle Erfahrung, um eine Reise abseits der direkten und schnellen Wege. Falkinger ist gefordert sich durchzuschlagen, das Wirtschafts-Kulturgut über die Grenzen zu bringen und einzuführen. Das Arbeitsgerät transportiert den Konsumenten/ die Konsumentin über die Grenzen.
Die Künstlerin bezieht sich u.a. auf „A Short History of Tractors in Ukrainian“ von Marina Lewycka. Aber auch David Lynchs Roadmovie „Straight Story“ ist naheliegend. Während es bei Lynch darum geht eine Distanz mit einem Rasenmäher zu überwinden um einen Familienzwist beizulegen, verfolgt Falkinger einen künstlerischen Ansatz: Sie will die Reiseroute mit Artefakten, Fotos und Zeichnungen dokumentieren und das Objekt selbst in den Kunstkontext (in die Ausstellung) überführen. Geprägt durch ihre eigene Herkunft von einem Bauernhof im Mühlviertel ist der Traktor für sie nicht nur ein Arbeitsmittel, sondern auch ein Medium um Verbindungen einzugehen und zu pflegen. In einer Art künstlerischen Feldforschung will sie „Traktor-Spuren hinterlassen und Spuren mitnehmen“.

Jury: VALIE EXPORT (Künstlerin), Mag. Peter Hauenschild (Künstler & Lehrbeauftragter, Kunstuniversität Linz), MMag. Genoveva Rückert (OK Kuratorin), Franz Prieler (Energie AG); Beratung: Mag. Martin Sturm (Künstlerischer Leiter, OÖ Kulturquartier) und A.Univ.Prof. Univ.Doz. Mag. Rainer Zendron (Vizerektor, Kunstuniversität Linz).

Mit dem Traktor vom Theresiental (Ukraine) nach Oberösterreich, 2014
Projekt / Mixed-Media-Installation
Traktor, HTZ T16, Baujahr 1983, 410 x 180 x 240 cm
Vergoldete Traktorteile
Leporello, Forschungsberichte, 168 x 89,1 cm
Postkarten, 14,7 x 10,5 cm

  • Elisabeth Falkinger * 1988 in Rohrbach/Oberösterreich, lebt und arbeitet in Wien.
  • 2003-2006 Fachschule für Gartenbau, Langenlois.
  • 2006-2008 International Trainee for Horticulture, Ohio State University.
  • Seit 2009 Studium der Angewandten Kunst, Wien, Landschaftsdesign, Prof. Mario Terzic.

Katharina Lackner
Klemens-Brosch-Preis, 2014

Jurybegründung: Katharina Lackner konnte als exzellente Zeichnerin, ferner als Video-, Installationskünstlerin und Bildhauerin die Jury überzeugen. Die Künstlerin arbeitet sowohl in klassischen grafischen Techniken: Bleistift, Tuschfeder, Aquarell, konzipiert aber auch vielfach raumübergreifend. Katharina Lackners Zeichnungen erobern geradezu die dritte Dimension. Sie werden mittels Videoprojektionen, die direkt auf Zeichnungen stattfinden, oder mit Objekten, die als schwebenden Skulpturen angelegt sind, erweitert. Ihr sensibler, feiner Zeichenduktus mit der Tendenz zu surrealen oft kosmischen Inhalten stellt eine direkte Weiterführung der poetisch-düsteren Traumwelten von Klemens Brosch dar. Ihre mit zarten Linien gezeichneten Weltkarten, Landschaften und Horizonte nehmen das Thema der Verortung auf. Der Betrachter muss sich – ähnlich wie bei Brosch – im Liniengewusel Lackners orientieren, dann zurrechtfinden, imaginäre Berge, Inseln erklimmen, Löcher im Weltall erforschen. Man entdeckt Liniengespinste – Städteansichten – die sich bei näherer Betrachtung oder durch Projektionen auflösen scheinen. Oder aus geometrischen Grundformen zusammengesetzte Gebirge mit wechselnden Perspektiven, welche die Zeichnung sprengen und den Raum erobern.
Wiederkehrende Motive sind: das Meer, Gebirge, Kristalle, Aspekte der Kartographie und der Chiromantie (Handlesen). Der Bildraum wird nicht nur direkt in den Zeichnungen thematisiert, sondern auch bei Rauminstallationen zum wesentlichen Gestaltungselement. Im Medium Zeichnung entfaltet die Künstlerin ein fragiles Universum, in dem Weite und Wege ein zentrales Thema sind. Lackner schreibt eine neue Geschichte der Weltendeckung, inkludiert Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die überwiegend als Zeichnerin tätige Künstlerin agiert mit viel Witz, Poesie und Ironie, wechselt spielerisch zwischen klassischen Techniken und neuer Medientechnologie und verbindet alte und neue Bildtraditionen in innovativer Weise. Als Zeichnerin involviert Katharina Lackner Aspekte der Romantik – auch hier steht sie in der Tradition großer österreichischer Zeichner wie Klemens Brosch oder Alfred Kubin – und spielt mit dem Moment der Sehnsucht, des Klischees und der Fantastik.
(Elisabeth Nowak-Thaller)

Jury: Dr. Elisabeth Nowak-Thaller (stellvertretende Direktorin, Lentos); Mag. Gabriele ­Spindler, (Leiterin, Landesgalerie); Dr. Paul Lehner (Kulturdirektion Land Oberösterreich); MMMag. Hubert Nitsch (Kunstreferent, Diözese Linz), Franz Prieler (Kunstbeauftragter, Energie AG).

Die Weite, der Weg und die Linie sind zentrale Themen in Katharina Lackners Arbeiten. Ihre Motive sind das Meer, das Gebirge und Kristalle, in denen sich ein ganzes Universum zu entfalten scheint, vergleichbar der von Linien geprägten Hand. Linien verbinden, führen weg, sind gleichzeitig fragil als auch absolut in den Behauptungen der Künstlerin. Ihre eigene Hand wird zur Karte, in der Zeit und Raum vermerkt sind: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Wie bei This line becomes mine steht auch bei Polar Circle die Linie im Mittelpunkt. Die Serie entstand auf eine Residency-Aufenthalt im Norden von Schweden, nahe dem Polarkreis. Die Sonne bzw. der Mond zeichnen dort klar einen Kreis am Horizont und beeinflussten stark die entstandenen Zeichnungen. Wieder werden Handabdrücke zu Bergen, Seen, dem Meer oder lösen sich in einfache Linienstrukturen auf. In den Abbildungen kommen Einschnitte vor, ins Papier, wie im Eis der Landschaft in Lappland. Die Arbeiten können oft von unterschiedlichen Richtungen „gelesen“ werden und spielen mit der Verschiebung der Wahrnehmung.

This line becomes mine 3, 2013
Zeichnung
Bleistift, Aquarell auf Papier,70 x 100 cm

The sea becomes the sky becomes the sea becomes the sky III, 2013
Digital Print auf Textil, 600 x 350 cm

Polar Circle, 2013
4 Zeichnungen
Bleistift, Aquarell auf Papier, gerahmt, 30 x 21 cm
4 Zeichnungen
Bleistift, Aquarell auf Papier, gerahmt, 41,5 x 30 cm
4 Zeichnungen,
Bleistift, Aquarell auf Papier, ungerahmt, 30 x 21 cm
Zeichnung,
Bleistift, Aquarell auf Papier, ungerahmt, 12 x 22 cm

Handatlas, 2012
HD Video, Projektor
Farbe, ohne Ton, 3 Min., Loop

  • Katharina Lackner *1981 in Österreich, lebt und arbeitet in Linz.
  • 1997-2001 HTL Grafik & Design, Linz.
  • 2001-2007 Bildhauerei - transmedialer Raum an der Kunstuniversität Linz.
  • Mitglied der Künstlervereinigung MAERZ, Linz und des Künstlerhauses, Wien.


Pressefotos